24th
Ach ja, die Gratiskultur …
Mit Geschäftsmodellen, in denen alles gratis ist, wird sich das nicht ausgehen.
Eigentlich ein Stehsatz von Verlegern, die nach Leistungsschutz im Internet greinen, aber der Sager taugt auch als Schützenhilfe für Provider. Für selbige legt sich Georg Serentschy, seines Zeichens Telekom-Regulator, im Presse-Interview ins Zeug. Denn:
Die enormen Investitionen, die nötig sind, um dem exponentiell steigenden Datenverkehr Herr zu werden, müssen sich ja rechnen.
Ich hätt ja schwören mögen, dass die Provider ihre Dienste nicht gratis anbieten, aber was weiß ich schon? Vielleicht kaufen die Netzbetreiber mit ihren Einnahmen ja Brot für die Welt und sind darum wie so viele gemeinnützige Institutionen auch selbst dringend auf Unterstützung angewiesen, um weiter für die Ärmsten der Armen tätig sein zu können? Und weil ich bloß weiß, dass ich nix weiß, will ich auch lieber nicht schwören, dass die Regulierungsbehörde sich vorrangig um die
Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft mit preiswerten, hochwertigen und innovativen Telekommunikationsdienstleistungen
kümmern sollte, statt fürsorglich für Netzbetreiber-Interessen einzutreten. Obwohl: Vielleicht ist das ja gar kein Widerspruch? Für die popligen kleinen KundInnen solls ja auch nur um poplige Kleinbeträge gehen, die sie eh nicht zahlen müssen, wenn sie nicht wollen:
Das ist so, wie wenn ich der Post weniger Porto zahle: Dafür kommt der Brief nicht morgen, sondern in drei Tagen an. Da kann ich mir als Kunde überlegen, ob ich nicht lieber ein paar Cent spare und meine Daten eben später ankommen.
Das richtig dicke Geld soll aus anderer Quelle kommen, deutet Regulator Serentschy an, womit der Kreis zu den Verleger-Forderungen sich nett schließt. Denn dass
erfolgreiche Konzerne wie Google beim Ausbau nicht mitzahlen wollen
das geht natürlich gar nicht, das leuchtet ein - und Mitleid mit Google muss sowieso niemand haben, weil:
Wenn ein Konzern so viele Informationen sammelt wie Google: Wer stellt sicher, was damit passiert, ob sie nicht doch an Dritte verkauft werden?
Jegerl. Nächstes Jahr arbeitet der Mann übrigens in der EU-Koordinierungsstelle für Telekom-Regulatoren. Als Vorsitzender. Na ja, Menschen wachsen an und mit ihren Aufgaben, heißt es. Beschwören würd ich das aber auch nicht wollen. :-)